Das OLG Oldenburg hat mit Urteil vom 19.07.2017 bestätigt, dass ein gemeinschaftliches errichtetes Ehegattentestament gilt, wenn keiner der beiden es widerruft. Jedoch kann es allerdings auch Ausnahmen geben, ergänzte das OLG. So ist ein kurz vor dem Tod notariell beurkundeter Widerruf noch wirksam, wenn dieser erst kurz nach dem Erbfall dem anderen Ehegatten zugestellt wird.

 

 

 

Ein einseitiger Widerruf ist zu Lebzeiten beider Ehegatten ohne weiteres möglich. Eingeschränkt ist die Widerrufsmöglichkeit nur im Hinblick auf „wechselbezügliche Verfügungen, d.h. solche Verfügungen, welche ein Ehegatte ohne die Verfügung des anderen Ehegatten nicht getroffen hätte. Ob ein solcher Wille des verfügenden Ehegatten vorliegt, ist durch Auslegung zu ermitteln. Es muss also erforscht werden, was der Wille des Verfügenden war (z. B. durch Befragung von Verwandten oder Hinweise im Testament).