Voraussetzungen für die Erstellung eines Nottestaments

An die Erstellung eines Nottestaments durch mündliche Erklärung vor drei Zeugen sind hohe Anforderungen zu stellen sind, so das OLG Hamm im Februar 2017 ( Aktenzeichen  I-15 W 587/15). Danach muss sich der Erblasser in so naher Todesgefahr befinden, dass weder die Errichtung eines Testaments vor einem Notar noch die Errichtung eines Testaments vor einem Bürgermeister (nach § 2249 BGB) möglich ist.

Für die objektive Feststellung einer nahen Todesgefahr im Sinne des Gesetzes reicht es für das OLG Hamm nicht aus, dass der Erblasser – wie hier – an einer bösartigen metastasierenden Krebserkrankung litt, aufgrund derer er nach der Bewertung des als Zeugen auftretenden behandelnden Arztes innerhalb von ein bis zwei Tagen versterben konnte. Auch dass der Zeitpunkt der Testamentserrichtung auf einen Samstagvormittag fiel, an dem die Erreichbarkeit eines Notars durch die im Hospiz einer Großstadt befindliche Erblasserin erschwert, aber nicht ausgeschlossen war, stellte keinen ausreichenden Grund dar. Im Ergebnis erklärte das Gericht das Nottestament, mit dem u.a. der Sohn der Erblasserin enterbt werden sollte, für unwirksam.