Das Hanseatisches Oberlandesgericht Hamburg hat in seinem Urteil (Az: 2 W 32-18) vom 04.07.2018 entschieden, dass es für ein stillschweigendes Ersuchen des Erblassers an das Nachlassgericht spricht, bei Wegfall des ausgewählten Testamentsvollstreckers eine Ersatzperson zu bestellen, wenn es dem Erblasser bei der Anordnung der Testamentsvollstreckung weniger um die ausgewählte Person als vielmehr um sein Interesse an einer ordnungsgemäßen Nachlassabwicklung ging.

Das Nachlassgericht muss einer entsprechenden Anregung nicht zwingend nachkommen, sondern kann von der Bestellung absehen, wenn die Höhe der testamentarisch festgelegten Vergütung für neutrale Dritte unattraktiv ist und die Erben so zerstritten sind, dass von der Bestellung keine befriedende Wirkung zu erwarten ist.