Wer einen Erbvertrag aufsetzt, regelt nicht nur seinen Nachlass. Er bindet sich auch an die Regeln, die er selber aufstellt. Verstöße dagegen können Strafen nach sich ziehen, wie ein Fall zeigt, über den das Oberlandesgericht Saarbrücken zu entschieden hatte (Az.: 5 U 87-18).

In dem verhandelten Fall hatte ein Ehepaar mit seiner einzigen Tochter einen Erbvertrag geschlossen. Darin hielten sie fest, dass die Ehegatten sich zunächst gegenseitig als Alleinerben einsetzen und die Tochter Erbin des zuletzt versterbenden Ehegatten sein soll. Die Tochter verzichtete auf ihren Pflichtteil an dem Erbe des zuerst versterbenden Elternteils. Im Gegenzug verpflichten sich die Eltern, über ihre Immobilien nicht ohne Zustimmung der Tochter zu verfügen.

Gar kein Schaden entstanden

Nach dem Tode des Vaters verkaufte die Mutter allerdings eines ihrer Grundstücke – ohne Zustimmung ihrer Tochter. Die Tochter verlangte deshalb Schadenersatz in Höhe des erlangten Kaufpreises. Die Mutter lehnte das jedoch mit der Begründung ab, dass der Tochter gar kein Schaden entstanden sei.

Die Richter folgen der Argumentation der Mutter nicht: Zwar sei hier in der Tat kein tatsächlicher Vermögensschaden entstanden. Aber darauf komme es nicht an, denn der Erbvertrag enthalte eine Klausel, nach der in einem solchen Fall eine Vertragsstrafe fällig werde. Da hier gegen die zugehörige vertragliche Regelung verstoßen wurde, greife eben auch die Vertragsstrafe. Genau so haben es die Beteiligten damals gewollt, urteilen die Richter. Anderenfalls würde die Sanktion völlig ins Leere laufen.

Bei einem Erbvertrag verpflichtet sich jemand, im Fall seines Todes einer anderen Person Vermögen zuzuwenden. Ein Erbvertrag bietet sich beispielsweise für zwei an, die nicht verheiratet sind, aber in einer eheähnlichen Gemeinschaft leben. Denkbar ist etwa auch, Pflegepersonen über einen Erbvertrag Zuwendungen zuzusichern. In einem Erbvertrag kann die sukzessive Übergabe eines Betriebs an den Nachfolger geregelt werden.