Wie eng die Anforderungen an die steuerfreie Erbschaft des Elternhauses ausgelegt werden, musste der Erbe eines von seinem Vater alleine genutzten Zweifamilienhauses erfahren. Mehr als ein Jahr benötigten er und sein Bruder, bis sie die Erbengemeinschaft an der gemeinsam geerbten Immobilie aufgelöst hatten.
Danach dauerte es noch einmal mehr als ein halbes Jahr, bis der Erbe als Alleineigentümer ins Grundbuch eingetragen wurde. Ebenfalls deutlich länger als sechs Monate ließ er sich dann nochmals Zeit, bevor er Angebote zur Renovierung des Hauses einholte.
Trotz dieses langen zeitlichen Vorlaufs ging der Erbe davon aus, dass er das Familienheim steuerfrei erworben hatte. Gegen die Steuerfestsetzung des Finanzamts klagte er daher vor dem Finanzgericht Münster.
Seine Klage wies das Gericht jedoch ab und begründete dies damit, dass er seinen Wohnsitz nicht unverzüglich in sein Elternhaus verlegt hatte. Als unverzüglich gilt dabei ein Zeitraum von sechs Monaten. Bestätigt wurde diese Entscheidung nun vom Bundesfinanzhof (BFH) (Az: II R 37/16).