Bestimmt ein Ehepaar im gemeinsamen Testament Erben nur für den Fall, dass sie beide gleichzeitig sterben, haben diese Erben keine besonderen Rechte, falls ein Ehepartner später stirbt. Das hat der Bundesgerichtshof in einem Fall entschieden (Az.: IV ZB 30/18).

Im verhandelten Fall hatte sich ein Ehepaar im gemeinschaftlichen Testament gegenseitig als Alleinerben eingesetzt, falls einer den anderen überlebt. Später ergänzten sie, dass das Erbe bei gleichzeitigem Ableben gleichmäßig zwischen einer Nichte und drei Neffen des Mannes aufgeteilt werden soll. Im März 2015 starb der Ehemann, seine Frau wurde Alleinerbin. Im Juli 2016 starb dann die kinderlose Frau.

Das Nachlassgericht erklärte die Nichte und die Neffen des Mannes zu Erben. Dagegen protestierte die Cousine der Verstorbenen. Das Amtsgericht Frankfurt am Main zog den ursprünglichen Erbschein ein. Dagegen legten Nichte und Neffen Beschwerde ein, die das Oberlandesgericht Frankfurt abwies.

Dagegen legten wiederum die Nichte und die drei Neffen Rechtsbeschwerde beim Bundesgerichtshof ein, das die Ansicht des Oberlandesgerichts bestätigte: Die Testamentsergänzung betreffe nur den Fall des gleichzeitigen Ablebens.

Bei großem zeitlichem Abstand – wie im Fall – könne die Formulierung nur Auswirkungen haben, wenn der Verfasser den Begriff „Gleichzeitiges Ableben“ vermutlich anders verstand und dies in der Verfügung angedeutet hat. Anhaltspunkte dafür sahen die Gerichte nicht.