Das LG Dortmund hat mit Urteil (Az: 12 O 115/16) vom 22.09.2017 entschieden, dass eine erbvertragliche letztwillige Verfügung nach § 2281 Abs. 1 BGB i.V.m. § 2078 Abs. 2 BGB angefochten werden kann, soweit der Erblasser zu der Verfügung durch die irrige Annahme oder Erwartung des Eintritts oder Nichteintritts eines Umstandes bestimmt worden ist. Darunter fällt jeder Motivirrtum, wobei es gleichgültig ist, ob sich der Irrtum auf die Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunft bezieht. Die Anfechtung kann aber nur auf solche irrige Vorstellungen und Erwartungen gestützt werden, die der Erblasser bei der Errichtung der Verfügung tatsächlich gehabt hat. Hierzu gehören auch Vorstellungen und Erwartungen, die der Erblasser zwar nicht in sein Bewusstsein aufgenommen, aber als selbstverständlich seiner Verfügung zugrunde gelegt hat, so das Gericht.